Almanach der
Dämonen
Wissen, Legenden und Aufzeichnungen der bekannten Welt
Vorwort
Dämonen gehören zu den beliebtesten Rollen im Spiel. Sie vereinen Attraktivität, Monstrosität und Extreme. Zugleich sollen sie Rollen darstellen, die durch besondere Eigenschaften und Grenzen hervorstechen. Wer sehr besonders, eigensüchtig, opportunistisch oder “böse” sein möchte, muss auch die regeltechnischen und erzählerischen Konsequenzen lieben, befolgen und akzeptieren. Daher werden mit diesem Almanach bestimmte Regeln und Voraussetzungen für die Rolle als Dämon fixiert. Nicht alle Wünsche und Vorstellungen von Dämonen und Co. können beachtet werden. Nichtsdestotrotz stellt er Wissen dar, das bekannt ist und im RP genutzt werden kann. Zudem versammelt der Leitfaden obligatorische Kernpunkte des Dämonenspiels. Sie gelten für alle Charaktere und niemand besitzt das Recht, sich dem zu entziehen.
Grundlagen der Dämonologie - Die Existenzebenen
Um zu verstehen, was Dämonen und ihre Spielweise darstellen, ist es notwendig, grundlegende Inhalte der Welt zu veranschaulichen. Das Universum, in dem das Rollenspiel stattfindet, ist in mehrere Existenzebenen aufgeteilt. Diese sind der Abyss (oder die Höllen pl.), das Jenseits (oder die Totenreiche), die irdischen Welten (oder die Welt der Sterblichen, wo eben die Geschichten geschrieben werden) und eine nicht näher beschreibbare Ebene, in welche Götter und die meisten Seelen der Verstorbenen existieren und hier als “Paradies” benannt wird.
Jeder dieser Existenzebenen ist mit Wesenheiten verbunden, die dort ihren Ursprung oder Wirkungsbereich haben.
Abyss: Dämonen
Jenseits: Hohe und niedere Untote
Paradies: Gottheiten
Irdische Welten: Sterbliche
Die vier Existenzebenen sind im Normalfall voneinander getrennt. Hier spricht man vom Schleier, der einen Durchgang auf einfachem Wege unmöglich macht. Seit der großen Bannung ist es so nicht mehr möglich, ein “Tor zu den Höllen” zu öffnen. Zwar soll es noch einige der “alten Dämonen” aus der Archaik irgendwo in der Welt geben, doch sind diese Kreaturen mehr ein Mythos denn wirklich greifbar. Das Jenseits oder die Totenlande sind allein für die Hohen Untoten vielleicht erreichbar.
Das Abyss oder die Höllen
Der Abyss stellt die Existenzebenen der Dämonen dar. Es kann auch von Höllen (Plural) gesprochen werden, da es nicht nur eine Form der Hölle gibt. Der Grund hierfür ist, dass die Dämonen in ihrer Ausgestaltung als Charaktere oft unterschiedlich ausgeschrieben werden. Manche sind bestienhafte Dämonen, die in der typisch-feurigen Hölle ihren Ursprung haben. Andere wirken mehr wie schattenhafte Wesen, deren Ursprungswelten einer kalten Einöde gleichen. Der Abyss ist daher der Sammelbegriff für eine teils kontrastreiche Existenzebene. Es ist Sterblichen nicht möglich, einfach in die Höllen zu reisen. Schließlich ist die Umgebung absolut unmenschlich. Für Dämonen ist ein Übertritt in die Höllen zwar denkbar, allerdings sollte dies nicht nur als „einfacher Spaziergang“ dargestellt werden. Es besteht immer noch der „Schleier“, der die Höllen von den irdischen Welten abtrennt und je nach Zeit und Kraftaufwendung unterschiedlich dicht gestaltet ist. Jede Hölle ist zudem mit der Verderbnis angefüllt.
Abyssale Verderbnis
In der Welt wird oft von „Verderbnis“ gesprochen. Abyssale Verderbnis ist eine Art alles durchdringende Energie, die die Höllen auszeichnet und erst möglich macht. Dabei besitzt die abyssale Verderbnis keine feste Form – sie ist mehr als eine Empfindungen vorstellbar. Man könnte vom „Äther des Abyss“ sprechen. Entscheidend ist, dass jede Unseele Verderbnis verbreitet. Dies geschieht, wenn sie ihre wahre Gestalt (vgl. Leitfaden im unteren Teil) nutzt. Durch den Schleier zwischen den Existenzebenen ist es in der Regel nicht der Fall, dass abyssale Verderbnis in die irdischen Welten gelangt. Geschieht dies durch die Abyssalen dennoch, ist die Verderbnis als Form eines „höllischen Äthers“ dazu in der Lage, die irdische Welt langsam aber stetig zu wandeln. Konkret ist diese Wandlung angelehnt an die jeweilige Sünde, die vorherrscht.
Ein Ort, der durch einen Dämon des Zorns korrumpiert ist, mag Dornenbüsche unnatürlicher Art aufweisen. Eine Einflussnahme durch die Wollust kann mit anregenden Düften einhergehen. Technisch ist diese Veränderung der Welt aufgrund von Performance und Bauteilregeln nicht umsetzbar. Daher wird darauf hingewiesen, dass die Korrumpierung der Welt sehr lange andauern muss, um wirklich zu wirken. Wie sich die jeweilige Verderbnis anfühlt, ist abhängig von der jeweiligen Sünde.
Die sieben Sünden
Jede Hölle und jeder Dämon sind mit einer der sieben Todsünden verbunden: Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit. Dies sind die zentralen Genüsse, Motive und Ziele eines Dämons. Dämonen-Charaktere wählen für sich eine Sünde, die den sieben Todsünden entlehnt sind. Wie diese im RP dargestellt und benannt werden, obliegt allein dem Rollenspiel selbst. Ein Dämon, der der Wollust zugeneigt ist, wird versuchen, dieses Gefühl auszuleben und Sterbliche anzuregen, dies ebenfalls zu tun. Die Verderbnis, die ein der Wollust zugehöriger Teufel verbreitet, würde sich anregend anfühlen. An dieser Stelle gestaltet sich der eigentliche Grund, warum Dämonen in den Augen der Sterblichen als Gefahr, Risiko oder Verheißung erkannt werden. Abyssale verkörpern ihre Sünde auf eine extreme Art und Weise. Sie wollen, dass jene gesteigert werden. Deswegen „verleiten“ sie die Sterblichen hin zu diesen Lastern. Es ist zudem legitim, die Sünde mit einem weiteren Aspekt der Rollengestaltung zu versehen. Als Beispiel sei auf einen Dämon der Völlerei verwiesen, der als Dämon der Seuchen agiert. Die Art und Weise, ewig zu fressen, kann auch so interpretiert werden, dass er ohne Grenze seine Seuchen verbreiten will. Hier gilt die kreative Ausgestaltung der Sünden als wichtig. Folgen sie dieser Leidenschaft nicht, vergeht ihre Macht bis hin zur Bedeutungslosigkeit. Zugleich ist die Einflussnahme der Dämonen bezüglich ihrer Sünde eben ein Wandlungsprozess für die natürlichen Zustände. Ein Teufel will die Welt gemäß seiner Sünde verändern und nutzt verschiedene Möglichkeiten, um dies zu erreichen.