Almanach der
Toten
Wissen, Legenden und Aufzeichnungen der bekannten Welt
GrundlagenDie Emotion
DieEin Untotenwesentlicher umfassenAspekt einedes Vielzahl verschiedener Rassen und Wesenheiten. Ihnen allenUntots ist – in unterschiedlicher Ausprägung – die Abkehrschwindende vomEmotionalität. Das Leben und dessenin unheilvollegewisser UmkehrWeise gemeinsam.auch Untoteder sindAbyss, klardefinieren sich über Emotionen: Tugend ebenso wie Sünde entspringen leidenschaftlicher Regung. Die Untoten stehen hierzu im Kontrast. Je mächtiger und älter sie werden, desto weiter entfernen sie sich von denemotionaler Toten zu unterscheiden.Regung. Ein Hoherfrischer Untoter,Erhobener Totenwächtermag noch Zorn, Verzweiflung oder gemeinerSehnsüchtigkeit Untoterverspüren, -doch istmit der Zeit verblassen diese Empfindungen und weichen einer kalten Distanz. Gerade hierin liegt ein wandelndergroßes Lebloser,erzählerisches mit allen Vorteilen, aber auch den unentrinnbaren Einschränkungen dieses Zustands. Wer sich für die Rolle eines Untoten entscheidet, muss bereit sein, soziale Ächtung, eingeschränkte Handlungsfähigkeit sowie körperliche Makel wie Verfall und fortschreitende Entfremdung vom Lebendigen in Kauf zu nehmen. Der Untot bildet eine eigene erzählerische Domäne innerhalb unseres RP-Kosmos. Neben dem Abyss, dem PfadPotenzial: der Menschenschleichende undVerlust dendessen, Verfluchtenwas zählteinst erMenschlichkeit zu den großen Mächten, die am Geschick der Welt zerren. Im Zuge des fortschreitenden Verfalls treten die Untoten nun häufiger in die Sphären der Lebenden und stören die fragile Ordnung zwischen Leben und Tod.bedeutete.
dasSpielbarkeit Jenseitsund / Die Stillenarrativ
DieNiemand Stillemuss völlige Emotionslosigkeit darstellen. Charaktere ohne jede Regung verlieren auf Dauer an Tiefe, während ein Großteil von Dramatik und Spielfreude aus emotionalen Begegnungen entsteht. Und doch ist eines erzählerischesin Konstrukt,zahllosen dasNarrativen üblich, dass die ExistenzToten unterschiedlichsternur Totenkultenoch ermöglicht.schwache Sieoder beschreibtverblassende keinEmotionen Reichbesitzen im– herkömmlichenein Sinne,Grundsatz, der auch hier gilt. Selbst Lust ist eine Emotion!
Echos der Vergangenheit
Ein möglicher Ausdruck verbliebener Menschlichkeit sind Echos der Emotion: plötzliche Flashbacks aus der Zeit des Lebens, die einen Mortarch oder Untoten überfallen können. Diese Momente können sich äußern als: unkontrollierte Emotionsspitzen mechanisch wirkende Gefühlsausbrüche übersteigerte oder fehlgeleitete Reaktionen flüchtige Erinnerungsfragmente vergangener Bindungen Solche Echos sind keine Rückkehr des Lebens, sondern ein metaphysischesNachhallen Prinzipdessen, –was offen,verloren formbar und voller Raum für individuelle Deuterzählungen. Während der Abyss durch Schrecken, Gewalt und Sündenverleitung lockt, ist das Jenseits die Abwesenheit allen Seins: Leere, Nichts, lautlose Endgültigkeit. Die Gestalt der Totenreiche kann viele Formen annehmen – und soll bewusst nicht zu eng gefasst werden. Dennoch bestehen einige grundlegende Rahmenbedingungen: Die Stille selbst kann nicht angezapft werden. Es ist möglich, mit diesem Raum zu interagieren, etwa Seelen zurückzuholen oder Spuren der Verstorbenen zu berühren , doch eine „Magie der Stille“ existiert nicht. Analog zum Prinzip der Emotionslosigkeit (dazu später mehr) ist die Stille kein Zustand, sondern ein „Mangel“: das Fehlen von Existenz, Empfindung und Resonanz. Diese Abgrenzung zum Abyss ist wesentlich und verdeutlicht, weshalb beide Prinzipien einander konträr gegenüberstehen. Die metaphysischen Deutungen der Stille und ihre umfangreichen IC-Konzepte können im Spiel entdeckt werden. Eine weitergehende Festlegung im Narrativ ist nicht erforderlich.
Nekrotische Verderbnis
Verderbnis ist ein viel verwendeter Begriff – doch an dieser Stelle ist die nekrotische Verderbnis gemeint: ein langsamer, unausweichlicher Zerfall, der dem Leben seine Kraft entzieht und es dem Stillstand des Todes zuführt. Am ehesten lässt sie sich mit dem aus Conan bekannten Makel vergleichen: Sie zehrt aus, trocknet aus, lässt Materie ermatten und treibt alles unaufhaltsam dem Verfall entgegen. Wo ein Hoher Untoter seine Wandlung vollzieht oder länger verweilt, beginnt die Welt um ihn herum zu welken. Pflanzen verdorren, Tiere meiden den Ort oder verenden, Wasser wird schal, und selbst Stein wirkt spröde und alt. Wärme schwindet, Geräusche ersticken, und eine spürbare Schwere legt sich über die Umgebung. Diese Verderbnis ist kein plötzlicher Fluch, sondern ein schleichender Einfluss, ein stilles Fortschreiten des Todes in die Sphäre des Lebendigen. Lebende Wesen können Unruhe, Schwäche oder Beklemmung verspüren, während empfindsame Natur oder geweihte Orte besonders stark auf die Präsenz des Untods reagieren. Wie sich dieser Verfall im Einzelnen manifestiert, in welchem Ausmaß er sichtbar wird und welche Spuren er hinterlässt, obliegt dem Rollenspiel und der erzählerischen Ausgestaltung.ging.
